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Für ihre Sicherheit

Elektrogeräte: Mehr Sicherheit für die Verbraucher in der EU

Gemeinsame Projekte

Die zwei „gemeinsamen Aktionen“ im Bereich Elektrogeräte wurden in den vergangenen zwei Jahren von den Marktaufsichtsbehörden der EU-Mitgliedstaaten im Rahmen der Arbeitsgruppe für administrative Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Niederspannungsrichtlinie durchgeführt. Während das eine Projekt sich mit Leuchten befasste, ging es bei dem anderen um Verlängerungskabel. Das zweite Projekt wurde von der Europäischen Kommission finanziell gefördert. Für die kommenden Jahre sind weitere Initiativen dieser Art geplant.

Diese Initiativen koordiniert die oben genannte Arbeitsgruppe. Unterstützt wird sie dabei von PROSAFE, dem Europäischen Forum für die Durchsetzung der Gemeinschaftsvorschriften zur Produktsicherheit („Product Safety Enforcement Forum of Europe“); es handelt sich hierbei um ein europaweites Netz von Regulierungs- und Marktaufsichtsbehörden, das sich zum Ziel gesetzt hat, bewährte Verfahren bei der Durchsetzung von Produktsicherheitsbestimmungen auszutauschen.

Ortsveränderliche Leuchten für den Hausgebrauch

Dieses Projekt befasste sich mit der Normkonformität und Sicherheit ortsveränderlicher Leuchten. Dies sind nicht fest installierte Leuchten, die entsprechend dem ihnen zugedachten Verwendungszweck an verschiedenen Stellen aufgestellt werden können, während sie an das Stromnetz angeschlossen bleiben, und unter die entsprechende Europäische Norm fallen (EN 60598, Teil 1, Abschnitt 1.2.9 – Ortsveränderliche Leuchten, und EN 60598-2-4 – Ortsveränderliche Leuchten für allgemeine Zwecke). In der Praxis gehören zu dieser Kategorie handelsübliche Leuchten und Tischleuchten einschließlich solcher, bei denen als Leuchtmittel Halogenlampen verwendet werden, soweit hierfür die Netzspannung 230 bis 240 Volt beträgt.

Ausschlaggebend dafür, dass bei diesem Projekt Leuchten untersucht wurden, waren die bisherigen Statistiken im Zusammenhang mit den Schutzklauseln der Richtlinie über Niederspannungsgeräte und die Fälle, die im Rahmen des Schnellwarnsystems RAPEX gemäß der EG‑Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit gemeldet wurden. Laut Statistik sind nämlich Leuchten diejenige Kategorie elektrischer Betriebsmittel, von denen am häufigsten Unfallrisiken oder Verletzungsgefahren ausgehen (50 % aller Meldungen).

Nur 5 % aller Fälle (11 von 226 geprüften Leuchten) waren frei von Mängeln (in Bezug auf die Einhaltung der Vorschriften oder in technischer Hinsicht), wie gezielte Stichproben ergaben, bei denen die zuständigen Prüfbeamten bewusst nach nichtkonformen Produkten suchten. Die festgestellten Mängel reichen vom fehlenden CE-Zeichen bis hin zu technischen Mängeln wie nicht vorhandener Erdung, nicht bestandener elektrischer Spannungsfestigkeitsprüfung, fehlerhafter Verankerung der Kabeladern und nicht bestandener Hitzebeständigkeitprüfung. Obwohl diese Mängel keine unmittelbare Gefahr für die Verbraucher darstellen, wurden sie doch für hinreichend erheblich befunden, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

An dem Projekt, das 2006 anlief, waren folgende Länder beteiligt: Belgien, Deutschland, Finnland, Island, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Slowenien, Spanien, Ungarn und Zypern.

Die Projektgruppe formulierte u. a. folgende Empfehlungen: Bessere Information über die geltenden Anforderungen, Veranstaltung regelmäßiger grenzübergreifender Aktionen, Förderung grenzüberschreitender Zusammenarbeit in kleinerem Rahmen zwischen zwei bis fünf Behörden, die gleichgelagerte Aktionen planen, Verbesserung des Informationsaustauschs und Senkung der Zahl der Fälle, bei denen das Ausmaß der Vorschriftswidrigkeit ungleich bewertet wird.

 

Abschlussbericht Leuchten

http://ec.europa.eu/consumers/safety/projects/docs/report_international_cord_extension_en.pdf

 

Verlängerungskabel

Verlängerungskabel wurden als Untersuchungsgegenstand einer gezielten Maßnahme grenzüberschreitender Marktaufsicht ausgewählt, weil sie in Europa in zahlreichen Haushalten Verwendung finden und Sicherheitsmängel schwere Schäden an den angeschlossenen Geräten verursachen können, z. B. im Falle eines nicht vorhandenen Nullleiters. An diesem Projekt arbeiten folgende Länder mit: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Island, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, Slowenien, die Slowakei, die Tschechische Republik, das Vereinigte Königreich und Zypern.

Insgesamt wurden 210 Verlängerungskabel geprüft. Die Prüfberichte ergaben, dass nur jedes sechste Verlängerungskabel sämtliche Anforderungen der Niederspannungsrichtlinie und der Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit erfüllt. Obgleich sich unter den geprüften Verlängerungskabeln auch solche befanden, die Mängel in Bezug auf die geltenden Vorschriften aufweisen – z. B. falsche Konformitätsbescheinigungen oder fehlende technische Unterlagen –, wurden etwa 58 % der geprüften Artikel von den zuständigen Behörden für hinreichend unsicher befunden, um eine Untersagung des Inverkehrbringens zu rechtfertigen.

Die häufigsten festgestellten Mängel waren: nicht ordnungsgemäße Formgebung und falsche Dimensionierung der Stecker und Steckdosen (50 %), nicht konformer Kabelquerschnitt (27 %), unzureichende Festigkeit gegen dielektrische Beanspruchung, Alterungs- Wärme- und Feuerbeständigkeit (10 %). Die Sachverständigengruppe sprach u. a. folgende Empfehlungen aus: Überprüfung der bisherigen Normen, verstärkte Durchführung gezielter Kontrollen durch die Aufsichtsbehörden der Mitgliedstaaten und erneute Prüfung der Sachlage nach einer gewissen Zeit, damit die Nichteinhaltung der geltenden Bestimmungen auf Seiten der betroffenen Branche erneut beurteilt werden kann.